Königsabschied und Vogelschiessen 2002
Heinz Trabert - VII. Kaiser seit 1776

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Die geladenen Festgäste hatten sich schon sehr frühzeitig zum Königsabschied im Schützenhaus eingefunden, bevor Andrea Hirschmann und ihr Lebensgefährte, der 168. Schützenkönig Erich Roth in ihrem offenen Sportcoupe am Parkplatz eintrafen: Stilvoll wie in jedem Jahr wurde das Königspaar von den versammelten Gästen empfangen.

Der Schützenmeister begrüßte das Königspaar zum Königsabschied und bedankte sich im Namen der Gesellschaft herzlich für die Einladung, wobei er der Lebensgefährtin des Schützenkönigs den zu derartigen Anlässen üblichen Blumenstrauß überreichte.

Nachdem das Königspaar zunächst in Begleitung des Schützenmeisters ins Schützenhaus vorausgegangen war, folgten die geladenen Gäste und bedankten sich jeweils persönlich für die Einladung.

Auch diesmal war wieder viel Prominenz dabei: Neben dem Oberbürgermeister Fürths, Hrn. Dr. Jung, seinem Stellvertreter, dem 2. Bürgermeister Hartmut Träger und seiner Frau gehörten Frau MdL Petra Guttenberger, Frau Monika-Louise Pfannes mit Gatten sowie der stellvertretende Polizeipräsident Mittelsfrankens, Herr Dietsch, der zum Glück noch rechtzeitig von einer Dienstreise zurück gekehrt war, zu den auf besonderen Wunsch des Königs geladenen Festgästen. Mit dabei waren ebenfalls der 1. Gauschützenmeister Karl Ultsch mit Gattin, deren Teilnahme uns zu diesen herausragenden Anlässen jedesmal ganz besondere Freude bereitet.

Da Herr Dr. Jung aufgrund anderweitiger Verpflichtungen nicht während des gesamten Abends anwesend sein konnte, wurde die offizielle Begrüßung der Gäste durch den 1. Schützenmeister vorgezogen. Die Festrede mit anschließenden Ehrungen und der traditionelle Losverkauf war nach dem Abendessen geplant, doch zunächst überbrachte Herr Oberbürgermeister Dr. Jung dem in Kürze aus seinem Amt scheidenden Schützenkönig die offiziellen Grußworte der Stadt Fürth und begrüßte die versammelten Gäste herzlich.

Der 1. Schützenmeister begrüßt Fürths OB Dr. Thomas Jung

In seinem Grußwort ging OB Dr. Jung auch auf das erst 2 Monate zurückliegende Attentat eines ostdeutschen Gymnasiasten ein, der 16 Menschen mit einer legal besessenen Waffe tötete, weil er mit seinen Problemen nicht zurechtkam. Dr. Jung machte darauf aufmerksam, dass dieser Amoklauf und einige weitere Ereignisse, in denen Waffen von legalen Besitzern zu rechtswidrigen Handlungen benutzt wurden, Teile der Bevölkerung in hohem Maße verunsichert hatten und dass den Schützen derzeit mißtrauischer denn je begegnet werde. Er appellierte an die Schützen, nötigenfalls Vereinsmitglieder, die sich in erkennbaren persönlichen Schwierigkeiten befänden, und von denen eine Gefahr für die Allgemeinheit nicht ausgeschlossen werden könne, ggf. der Behörde zu melden, um auf diese Weise zu verhindern, dass der Ruf der Schützen durch das Fehlverhalten Einzelner noch weiter geschädigt werde.

Nach dem Abendessen warteten die Gäste bereits ungeduldig auf die Fortsetzung der Veranstaltung mit Ansprache, Ehrungen und dem Losverkauf, was sich jedoch dadurch verzögerte, dass das Königspaar darauf bestand, den geladenen Gästen noch einen Eisteller zu servieren.

Nach der Ansprache des 1. Schützenmeisters und der Ehrung verdienter Mitglieder, in deren Verlauf Schützenbruder Dr. Gerneth für 65 Jahre Mitgliedschaft mit einem Zinnteller und Erich Kamm für 50 Jahre BSSB bzw. Vereinsmitgliedschaft mit einer entsprechenden Nadel geehrt wurde, in der unsere verdiente Schützenschwester Else Dorn für besondere und langjährige Verdienste zum Wohl der Gesellschaft zum Ehrenmitglied ernannt wurde, in der ferner unser ehemaliger 1. und jetzt 2. Sportleiter Claus Kulla für 12 Jahre Sportleitertätigkeit mit der neuen Protektoratsnadel geehrt wurde und 3 Mitgliedern die goldene Vereinsnadel zuerkannt wurde, wurden die 300 Lose für das am Sonntag stattfindende 175. Vogelschiessen verkauft. Schon kurz nachdem die Listen für das am Sonntag stattfindende Vogelschiessen fertig gestellt waren, verabschiedeten sich die ersten Gäste.

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Der 1. Schützenmeister begrüßt den Schützenkönig und seine Lebensgefährtin

Am Sonntag trafen die ersten Schützen bei "Kaiserwetter" und für die Morgenstunden schon ungewöhnlich hohen Temperaturen an der verabredeten Einmündung der Habichtstraße in die Unterfarrnbacher Straße um kurz nach 9.00 Uhr ein.

Mit Blasmusik, Vogel- und Fahnenträgern voran marschierten die Schützen in Begleitung der bereits zum Königsabschied anwesenden prominenten Festgäste vom Treffpunkt zum Haus des Schützenkönigs Erich Roth, um ihn mit einem Festmarsch und einem trefflichen Salut aus Böllern vor dem Aufbruch zum letzten Marsch als Majestät ins Schützenhaus zu begrüßen.

Böllerschützen beim Salut zu Ehren des Königspaares

Von teilweise 3 Polizeieinsatzfahrzeugen begleitet führte uns unser Weg auf gleicher Strecke zurück zur Unterfarrnbacher Straße, über die Würzburger Straße, Kapellenstraße bis zu unserem Schützenhaus, an dem wir unsere Majestät mit 3 weiteren Böllerschüssen empfingen. Insgesamt war aus der Resonanz der Bevölkerung gegenüber den Schützen während unseres Marschs durch die Innenstadt nicht die geringste ablehnende Haltung zu erkennen: Wohin man auch blickte, die Schützen und ihre prominenten Begleiter wurden auf dem Marsch durch die Stadt allseits herzlich gegrüßt, von überall wurde uns freundlich zugewinkt! Das stark überzeichnete Bild, das unser Oberbürgermeister uns noch am Abend zuvor andeutete, wurde uns in der Praxis nicht bestätigt - das Gegenteil war der Fall! Unser Marsch durch die Straßen Fürths war ganz so, wie wir es von früheren Auftritten her gewöhnt sind.

Am Schützenhaus begrüßte der 1. Schützenmeister die Festgäste, die sich am Marsch vom Haus des Königs zum Schützenhaus beteiligt hatten. Anschließend lud der König die Gäste zum Frühschoppen ein, der heuer erstmals im Bereich der Luftgewehrstände im Schützenhaus stattfand, wo unser Wirt, Friedrich Schmidt, eine angemessene Anzahl Sitzgarnituren sowie die Tische mit den kulinarischen Köstlichkeiten vorbereitet hatte. Bei strahlendem Sonnenschein und annähernd 30° C fehlte dem einen oder anderen geladenen Gast doch schon einmal der schützende Sonnenschirm...

Der Schützenkönig unter dem schützenden Sonnenschirm

Nach Beendigung des Frühschoppens wurden noch die letzten Vorbereitungen für das in Kürze beginnende Vogelschiessen beendet. Wie im Jahr zuvor, wurde auch diesmal wieder eine Leinwand aufgestellt, um den Grad der Zerstörung des Holzvogels im Vereinssaal live verfolgen zu können.

Pünktlich um 15.00 Uhr setzte Erich Roth seinen 7x57 Steyr-Mannlicher Stutzen auf das Ziel an und nahm den Vogel ins Visier, da üblicherweise der scheidende Schützenkönig den ersten Schuss abfeuert.

Norman McLellan bei der Schussabgabe, der Schützenkönig rechts im Vordergrund.
Norman McLellan reiste zu diesem Ereignis
wieder extra aus den USA nach Fürth!

Nachdem sich am Beginn des 175. Vogelschiessens noch annähernd 20 - 25 Schützen beteiligten, reduzierte sich die Zahl der Teilnehmer mit dem Fortschreiten der Zerstörung, so dass nach dem 100. Schuss, wie dies in den letzten Jahren leider häufig zu beobachten ist, lediglich noch 2-3 Schützen ernsthaft darum bemühten, den Vogel endlich vom Pfahl zu holen. Dies ist wohl nicht zuletzt eine Folge davon, dass die Kosten für ein Königsjahr in unserer Gesellschaft in bemerkenswerter Weise weit oberhalb derer vergleichbarer Schützengesellschaften und Vereine in unserer Region liegen.

Kämpften bis zum Schluß: Heinz Trabert, 7. Schützenkaiser und Ehrenschützenmeister R. Heinemann

Ehrenschützenmeister Rüdiger Heinemann gehörte ebenso wie Heinz Trabert zu den besonders engagierten Kontrahenten, die bis zum Schluß um die Königswürde kämpften, als der 192. Schuss von Heinz Trabert den Wettkampf - wie schon im Jahre 1996 - beendete: Wir alle hätten unserem Ehrenschützenmeister gern den Triumph gegönnt, doch am Ende siegte Heinz Trabert, er wurde beim 175. Vogelschiessen jedoch nicht wie erwartet 169. Schützenkönig, sondern 7. Schützenkaiser, nachdem er 1996 bereits einmal Schützenkönig bei uns gewesen ist.

Schützenkaiser Heinz Trabert beim Empfang der Königskette

Wir Schützen gratulieren dem VII. Schützenkaiser seit 1776 besonders herzlich und wünschen Heinz Trabert und seiner Frau Erika viel Glück und Freude im soeben begonnenen Kaiserjahr!


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