Gesellschaftsausflug am 27. September 2003
Noch zu nachtschlafener Stunde versammelten sich am frühern Morgen dieses Samstags kurz vor sechs Uhr die ersten Teilnehmer des diesjährigen Vereinsausflugs, der uns diesmal in den Bayerischen Wald führen sollte.
Hans Hartung, der mittlerweile zum 4. Mal in Folge unseren einmal im Jahr stattfindenden Ausflug in Zusammenarbeit mit Fa. ROMBS Busreisen aus Weißenburg organisiert hat, hatte sich auch diesmal wieder viel Mühe gegeben, den Teilnehmern eine abwechslungs- und lehrreiche Vereinsfahrt zu bieten.
Leider stieß die Vereinsfahrt wie in den Jahren zuvor nicht auf ein ungeteiltes und allzu großes Interesse, denn mit lediglich 25 Mitfahrern war unser Vereinsausflug auch diesmal ähnlich schwach besucht, wie in den letzten Jahren, aber allen war bekannt, dass wir trotz der von Jahr zu Jahr sinkenden Nachfrage dennoch nicht darauf verzichten wollen, unseren interessierten Mitgliedern einen abwechslungs- und erlebnisreichen Tag zu bieten.
Pünktlich um 6 Uhr ging's mit dem großen Omnibus in Richtung Südost, mit dabei war der amtierende Schützenkönig Dieter-Karl Ludwig mit Gattin.
Nach etwas mehr als anderthalb Stunden Fahrt unterbrachen wir unsere Fahrt bei einem Metzgerladen, um dort im Stehen noch schnell ein Leberkäs-Brötchen zu konsumieren. Nur wenige Fahrtminuten später trafen wir an der Schnapsbrennerei und Bärwurzerei Drexel in Kötzting ein, die noch nicht geöffnet hatte, denn die Fahrzeit dorthin betrug deutlich weniger als drei Stunden. Ebenso gut hätten wir unsere Abfahrtzeit vermutlich eine halbe Stunde später beginnen können, aber nach einer kurzen Pause wurden wir in die Bärwurzerei eingelassen, um uns vor den Kostproben einen informativen Film anzuschauen, indem das Produktionsverfahren der weit über die Landesgrenzen Bayerns hinaus bekannten Spirituosen anschaulich dargestellt wurde. So war den meisten (wenn nicht allen) Teilnehmern unbekannt, dass der Ursprung des Namens "Bärwurz" nichts - aber auch gar nichts - mit Bären zu tun hat.
Woher der Name kommt, wissen nach wie vor nur die Teilnehmer unserer Ausflugsfahrt, wer nicht daran teilgenommen hat, soll weiterhin ruhig vergeblich rätseln, was es mit dem bekannten Begriff auf sich hat. Ohne Hilfe wird vermutlich kein Schütze darauf kommen...
Allerdings, soviel sei verraten: Die Wurzeln der Pflanze, aus der der Bärwurz gewonnen wird, liefern den Alkohol nicht durch alkoholische Gärung, vielmehr werden Wurzeln zerkleinert und ca. 2 Jahre lang in 80%igem Alkohol aufbewahrt, wodurch der bekannte würzige und einzigartige Geschmack heranreift.
Selbstverständlich blieb nach der Information, den Kostproben und dem Besuch eines kleinen Schnapsbrennermuseums im Obergeschoss der Brennerei noch genügend Gelegenheit, sich mit allerlei alkoholischen Getränken und sonstigem Krimskram einzudecken, danach ging's weiter zu den Glashütten der Firma Weinfurtner nach Arnbruck, an dessen Ortseingang dem Besucher und vor allem den flugsportlich Interessierten sofort die unmittelbar neben der Hauptstraße gelegene und mittlerweile asphaltierte 610 m lange Landepiste des 523 m hoch gelegenen Sportflugplatzes EDNB mit seiner Insidern bekannten Ausrichtung 17 / 35 ins Auge fällt.
Gegen halb elf trafen wir an der Glasbrennerei ein und konnten uns bereits wenige Minuten nach Eintreffen in der Fabrik die Herstellung verschiedener mundgeblasener, handgefertigter Glasprodukte anschauen.
So erfuhren die Besucher, dass die Temperatur des Glasbrennofens während der gesamten Dauer des Betriebs mittels Propangas permanent auf ca. 1200° C gehalten wird, wofür monatliche Betriebskosten von ca. 2.000,- € verursacht werden. Ähnliche und andere Stücke, wie die in der Fabrik angefertigten Gegenstände konnten unmittelbar nach der Besichtigung neben einer Vielzahl weiterer Glasprodukte in den Verkaufsräumen der Fabrik erworben werden.
Kurz nach 12.00 Uhr führte uns unser Weg zurück nach Cham zum Hotel "Randsberger Hof", wo die Teilnehmer ihr zuvor per Mobiltelefon bestelltes, relativ preiswertes und sehr gutes Mittagmahl erwartete.
Anschließend setzten wir unsere Busfahrt nach Lohberg fort, die Fahrt dorthin dauerte etwa eineinhalb Stunden und führte uns am Großen Arber vorbei zu einem kommunal betriebenen Tierpark, auf dessen Rundwanderweg Dr. Aschenbrenner die Teilnehmer unserer Reisegruppe über die einheimische Tierwelt sehr aufschlussreich informierte.
So wurden die Besucher des Tierparks unter anderem darüber informiert, dass das Rotkehlchen der einzige unserer heimischen Singvögel ist, der sich außer zur Paarungszeit stets von den Artgenossen getrennt aufhält, dass der Wolf der Urvater aller Hunde ist und die Domestikation (der Zeitpunkt, an dem die Menschen begannen, Wölfe als Vorläufer der Haushunde als Haustiere zu halten), ca. 12.000 - 10.000 Jahre zurückliegt, dass Wölfe nur zahm werden, wenn sie innerhalb der ersten 14 Lebenstage in menschliche Obhut genommen werden, und es völlig unmöglich ist, ältere Tiere jemals an den Menschen zu gewöhnen, dass Wölfe zu vorgeschichtlicher Zeit vermutlich sogar mit menschlicher Muttermilch versorgt wurden, und man Gräber fand, in denen unsere Vorfahren Frauen gemeinsam mit Wölfen begrub.
Seine informativen Ausführungen - auch über Greifvögel, die heimischen Singvögel und deren Verhalten, zum ca. 2000 m dicken Eismantel unserer Heimat zur Eiszeit vor etwa 10.000 Jahren, die Entwicklung der Bisons, der Wisente und der Ur-Auerochsen wären durchaus geeignet gewesen, noch stundenlang interessiert zuzuhören, doch auch diese Information ging zuende und wir trafen uns anschließend zum gemeinsamen Kaffeetrinken in einem Gasthof gegenüber des Tierparks.
Vor unserem endgültigen Heimweg führte uns unser Ausflug noch zu einem Gasthof in einer Burg in der Nähe von Hersbruck, in dem wir kurz vor 20 Uhr unser Abendessen einnahmen. Gegen 21.00 Uhr brachen wir endgültig zum Heimweg auf und bereits eine dreiviertel Stunde später waren wir wieder am Schützenhaus angekommen, an dem unser Ausflug mit der gegenseitigen Verabschiedung endete.
Die Mitfahrenden bekundeten übereinstimmend, dass ihnen die diesjährige Fahrt wieder sehr viel Freude bereitet habe, und dass sie im nächsten Jahr gern wieder an einem von der Firma "Hartung-Reisen" organisierten Vereinsausflug teilnehmen würden.
1. Schützenmeister