Vereinsausflug nach Suhl und Meiningen
Mit 42 Schützen und ihren Gästen diesmal ein kostendeckender Ausflug
Zeitlich so früh wie gewohnt und in anderen Jahren auch, fast auf die Minute genau um 7.00 Uhr setzte sich der Bus vom Schützenhaus aus in nördliche Richtung in Bewegung, um wie geplant kurz vor 10 Uhr in der thüringischen Kleinstadt Suhl einzutreffen.
Mit 42 Teilnehmern blieb nicht allzu viel leerer Platz im Bus, Nur ganz hinten und auf die Sitzbank am Heck waren noch ein paar Plätze frei geblieben.
In der Stadt Suhl mit ihren etwa 43.000 Einwohnern und in der noch zahlreiche, zum Teil sehr renommierte Büchsenmacher-Handwerksbetriebe beheimatet sind, stand eine Visite mit Führung durch das Waffenmuseum auf der Tagesordnung, in welchem wertvolle Exponate zur Geschichte der Handfeuerwaffen aus mehr als 500 Jahren ausgestellt sind.
Die Reisegruppe erhielt während des Rundgangs ausführliche und interessante Informationen über das Suhler Büchsenmacherhandwerk, die Suhler Gewehrindustrie und die technische Entwicklung der Handfeuerwaffen seit etwa 1400 bis zur Gegenwart.
Zur Vorbereitung auf den Besuch der Städte Suhl und Meiningen hatte der 2. Schützen-meister eine schöne Info-Mappe vorbereitet, die er den Teilnehmern am Beginn der Fahrt im Bus kostenlos überließ.
Schon Monate vorher hatte er die Reise nach Suhl und Meiningen organisiert - der 2. Schützenmeister - hier bei der Begrüßung der mitreisenden Schützen und Gäste unmittelbar vor Fahrtantritt
Doch zunächst verfranzte sich der Busführer ganz gehörig mit seinem annähernd 750.000 Euro teuren Gefährt ohne eingebautes Navi-System, in dessen rückwärtigem Bereich sogar die Mobiltelefone abgeschaltet werden müssen, da Handys schlimmstenfalls die empfindliche Bordelektronik bis hin zum Totalsausfall beeinflussen können (was bereits so gewesen ist).
Mit mehr als 2,5 Millionen unfallfreier Fahrtkilometer als Busfahrer während der letzten 30 Jahre war der Fahrer unseres Busses noch niemals in die Gegend um Suhl oder nach Südthüringen gekommen. Und so führte uns unser Weg zuerst einmal nach Lichtenfels. Viel zu weit nach Osten demnach - doch der Fahrer wurde irgendwann selbst auf seinen Fehler aufmerksam, den Insider unter den Teilnehmern offenbar schon längst bemerkt hatten. Da die Fahrt ab Fürth jedoch früh genug begann, trafen wir gerade noch rechtzeitig kurz vor 10 Uhr in der Friedrich-König-Straße in Suhl ein.
Das Waffenmuseum in der Friedrich-König-Straße in Suhl
Doch statt der angekündigten Führung durch das Waffenmuseum erläuterte die Verantwortliche in der Rezeption, dass für die vorgesehene Uhrzeit (10 Uhr) eine andere Reisegruppe angekündigt sei. Eine Änderung der Reihenfolge kam nicht in Frage, obwohl wir der verantwortlichen Bediensteten im Museum eine schriftliche Bestätigung des Suhler Congreß-Centrums vorlegen konnten, wonach die Führung unserer Gruppe für 10 Uhr bestätigt war.
Leider blieb uns trotz unseres Protests nichts anderes übrig, als sich bis zum verspäteten Beginn der Führung die Zeit ein wenig zu vertreiben, doch die unschöne Verzögerung dauerte nur etwa eine halbe Stunde.
Führung durch das Waffenmuseum in Suhl
Die ältesten Ausstellungsstücke des Museums entstanden vor dem Jahre 1500. Hierbei handelt es sich zum Teil um Leihgaben, sogenannte Luntenschloßgewehre, bei denen das Nachladen auch für geschickte Schützen nicht oder in kaum weniger als 15 Minuten zu bewerkstelligen sein dürfte. Überhaupt bietet das Suhler Waffenmuseum eine große Fülle sehr sehenswerter Exponate - besonders für Liebhaber von Vorderladerwaffen und Schwarzpulverschützen mit allen mehr oder weniger bekannten Schloßarten bzw. Zündungsmechanismen der zurückliegende Jahrhunderte.
Wertvolle Vorderlader - Steinschloßgewehre - nicht nur aus Suhler Produktion
Aber nicht nur historische Waffen beherbergt das Waffenmuseum. Auch eine Vielzahl moderner Kurz- und Langwaffen für jagdliche, sportliche und auch für militärische Zwecke aus moderner Produktion konnten die Teilnehmer dort in Augenschein nehmen, begleitet von den permanenten Erläuterungen der sachkundigen Führung.
Moderne Kurzwaffen gehören ebenfalls zum vielfältigen Repertoire des Museums
Nach Ende der Führung, für die uns trotz des Dilemmas nach der Ankunft noch insgesamt ein Zeitraum von etwa einer Stunde zur Verfügung stand, führte unser Weg uns ins Schießsportzentrum auf dem Suhler Friedberg, das zu DDR Zeiten entstand und im Jahr 1971 anläßlich der damaligen Europameisterschaften eingeweiht wurde.
Doch unser Ausflug nach Suhl stand unter keinem guten Stern. Statt der erhofften Besichtigungen erwarteten unsere Reisegruppe überall verschlossene Türen - kein einziger moderner Schießstand war geöffnet, was nicht nur die Schützen unserer Schützengesellschaft betroffen machte, sondern auch die meisten der extra deswegen mitgereisten Gäste unserer Schützen.
Der uns begleitende Stadtführer machte auf dem Weg ins Suhler Schießsportzentrum zwar auf viele Sehenswürdigkeiten aufmerksam, die Bemühungen, uns Einlass zu den dortigen Schießständen zu gewähren, waren allesamt vergeblich - leider!
Zwar konnten wir die Skeet- und Trapstände der weitläufigen Anlagen besichtigen, das Wetter war ja an diesem Tag noch einmal besonders schön und es war spätsommerlich warm, aber auch an den Trapständen fand kein Schiessen statt, so dass die Teilnehmer nach einigen allgemeinen Erläuterungen schon nach kurzer Dauer die Abfahrt zum Mittagessen antraten.
Enttäuscht vom Besuch des Schießsportzentrums Suhl geht's nun zum Mittagessen
Nach der Mittagspause ging's um 14.15 Uhr nach Meiningen, vorbei an vielen Fassaden leerstehender Suhler Gebäude, der Stadt, die wie viele Ostdeutsche Kommunen unter Arbeitslosigkeit (in Suhl sind's 19 %) leiden, und der vor allem junge, gut ausgebildete Leute zumeist den Rücken kehren.
Unser Weg führte uns an zahlreichen leerstehenden Gebäuden vorbei wie an dieser ehemaligen Schule auf der Fahrt nach Meiningen
Unmittelbar nach dem Eintreffen in Meinungen teilte sich unsere große Gruppe am Schloß Elisabethenburg in zwei Gruppen zu einer kulturhistorischen Führung.
Eine unserer Stadtführerinnen während ihrer zum Teil sehr informativen Erläuterungen zur Stadt Meiningen und ihrer kulturellen Höhepunkte
Der Weg führte die Teilnehmergruppen in entgegengesetzte Richtung, zunächst durch den Schloßpark zum Englischen Garten, vorbei am Regietheater, vorbei an zahlreichen schön renovierten Fachwerkhäusern zur alten Stadtkirche, einem Gedenkstein, der an die ehemalige Synagoge Meiningens erinnert und zuletzt zum Haus von Rudolf Baumbach, von dessen Existenz uns Rudi nie zuvor etwas gesagt hat.
Das Haus von Rudolf Baumbach
Der Beweis: HIER WOHNTE RUDOLF BAUMBACH bis 1905!
Besonders interessant auch, dass Rudolf Baumbach das Lied
"Hoch auf dem gelben Wagen"
komponiert hat, auch davon hat er am Stammtisch nie etwas erwähnt....
Uns Teilnehmern des Schützenausfluges nach Suhl und Meiningen sind diese Fakten jedoch nicht unbekannt geblieben - auch wenn es sich bei dem Haus und dem Schöpfer des Gedichts nicht um unser Ehrenmitglied handelt, sondern um seinen berühmten Namensvetter, der mittlerweile fast einhundert Jahre nicht mehr lebt.
Nach der Führung durch Meiningen konnten die Teilnehmer den Rest des Tages nach eigenen Vorstellungen ausklingen lassen. Viele nutzten die Zeit bis zum Antritt der Rückfahrt, um auf eigene Faust noch etwas zu entdecken, zum Herumschlendern, oder in individuellen Gruppen zum gemeinsamen Abendessen.
Die Rückfahrt nach Fürth dauerte noch ca. zweieinhalb Stunden, sie führte diesmal trotz eines fehlenden Navi-Systems nicht über Umwege, und kurz vor 22.00 Uhr waren wir wieder am Schützenhaus, wo sich die Reisegruppe rasch auflöste und die Teilnehmer ihre Heimfahrten antraten.
1. Schützenmeister