Königsabschied und
Vogelschiessen 2004
Robert Fürst wird 170. Schützenkönig seit 1776
Kalendarisch exakt um eine Woche zu früh luden Dieter Ludwig und das Schützenmeisteramt die Gäste zum diesjährigen Königsabschied ins Schützenhaus ein, um dem Schützenkönig nach dem gemeinsamen Festessen und dem vom 1. Schützenmeister vorgetragenen kurzen Rückblick auf die Höhepunkte des zurückliegenden Jahres die Königsnadel in zu überreichen, jene Nadel, die jedem Schützenkönig am Ende seiner Amtszeit in festlichem Rahmen des letzten Abends einer Regentschaft verliehen wird.
Die Einladungen waren frühzeitig verschickt worden, aber dennoch war die Resonanz diesmal dramatisch schlechter, als erwartet, lediglich 48 !!! Festgäste waren gekommen, um gemeinsam mit dem Schützenkönig den letzten Tag seines Königsjahres bei einem herzhaften Zwiebelrostbraten ausklingen zu lassen. Möglich, dass ein Teil der sonst anwesenden Mitglieder sich diesmal das gleichzeitig stattfindende EM-Fußballspiel Deutschland / Lettland ansehen wollte, das mit einem 0:0 endete, und das demzufolge ein Fernbleiben vom Königsabschied in keiner Weise erforderlich machte.
Frau MdL Petra Guttenberger (CSU) und Frau Stadträtin Tischendorf (CSU) gehörten ebenso wie der Fraktionsvorsitzende der CSU-Stadtratsfraktion Dr. Joachim Schmidt, letztgenannte beide in Begleitung ihrer Eheleute, zu den prominenten Festgästen der Veranstaltung.
Ehrenschützenmeister Rüdiger Heinemann sowie die Ehrenmitglieder Rudi Baumbach und Robert Frisch wurden zu Beginn der Veranstaltung vom 1. Schützenmeister namentlich besonders begrüßt, so auch unsere letzte Damenkönigin Erika Muhl, die an diesem Abend nach lediglich 8 Monaten ihrer Amtsdauer als Damenkönigin die Kette zurück gab, da die Rolle der Damenkönigin in der bisherigen Funktion nach insgesamt 12 Jahren parallel zum Schützenkönig bzw. zur Schützenkönigin irrelevant geworden ist.
In seiner Ansprache machte der 1. Schützenmeister darauf aufmerksam, dass das bevorstehende 228. Vogelschiessen seit 1776 als eine bemerkenswerte Besonderheit in die Vereinsgeschichte eingehen wird, denn erstmals würden sich diesmal die Schützinnen aktiv am Vogelschiessen beiteiligen: Ein nachhaltiger Bruch mit der unter allen Umständen zu bewahrenden Tradition, frevelhaft in den Augen einer zahlenmäßig kleinen Gruppe von Gegnern dieser im Prinzip unumgänglichen Veränderung!
Der 1. Schützenmeister überreichte Dieter Ludwig am Ende seiner Festrede die Königsnadel, die letzte Damenkönigin Erika Muhl erhielt neben einem Blumenstrauß die Königsnadel der Damen und nach Ehrung zweier verdienter Mitglieder (Stefan Sellerer wurde für seine 25 jährige Mitgliedschaft, Robert Frisch für 50 Jahre Mitgliedschaft im im BSSB geehrt), begann der Losverkauf. Summa summarum wurden 300 Lose für's am nächsten Tag stattfindende Vogelschiessen verkauft,.
Schützenkönig Dieter Ludwig und seine Frau vor deren Wohnhaus in der Nürnberger Straße bei der Begrüßung durch den 1. Schützenmeister
Zu den Klängen der Marschmusik - dargeboten von der Zirndorfer Jugendkapelle unter Leitung von Kapellmeister Siebenhaar - versammelten sich die Schützen zu einem Umtrunk vor der Haustüre, die begleitende Polizeiabordnung sorgte für die nötige Distanz zum fließenden Verkehr.
Die Zirndorfer Jugendkapelle unter Leitung ihres Kapellmeisters Siebenhaar vor dem Wohnhaus unseres scheidenden Schützenkönigs Dieter Ludwig in der Nürnberger Straße
Kurz vor Abmarsch trafen OB Dr. Thomas Jung und auch Frau MdL Petra Guttenberger ein, um mit uns gemeinsam zum Schützenhaus zu marschieren. Mit dabei waren auch Schützenkommissar Christoph Maier sowie Gauschützenmeister Karl Ultsch und seine Frau, die sich zu unserer Freude immer wieder gern zum gemeinsamen Marsch mit uns einfinden. Der Weg zum Schützenhaus führte durch den alten Ortskern Fürths am Rathaus vorbei, wobei uns die begleitenden Polizeifahrzeuge auf unserem Marsch durch die Stadt wieder wertvolle Unterstützung leisteten. Der am Schützenhaus eintreffende Zug wurde dort respektvoll wie immer mit Böllerschüssen empfangen.
Abgabe eines Böllerschusses zu Ehren des eintreffenden Schützenkönigs Dieter Karl Ludwig vor dem Schützenhaus in der Kapellenstraße
Nach dem Eintreffen am Schützenhaus begrüßten der 1. Schützenmeister und der scheidende Schützenkönig die versammelten Festgäste, mit dabei waren Oberbürgermeister Dr. Jung und Frau Abgeordnete des Bayerischen Landtages Petra Guttenberger. Dr. Jung machte in seinem einleitendem Grußwort deutlich, dass ihm am Erhalt der Traditionspflege durch die Vereine in seiner Heimatstadt persönlich sehr viel liege.
OB Dr. Jung bei seinen einleitenden Grußworten zu Beginn des Frühschoppens
Nach der Begrüßung der Festgäste durch den 1. Schützenmeister und den Schützenkönig eröffnete dieser das in der Schiesshalle aufgebaute Buffet. Obwohl für die Feier im Freien bereits Tische und Bänke aufgebaut worden waren, fand die Veranstaltung diesmal - anders als in den zurückliegenden Jahren - ausnahmsweise im Schützenhaus statt, denn für den ganzen Tag wurde von den Wetterdiensten Regen prognostiziert.
Versammelte Schützen in der Schsützenhausgaststätte, für den ganzen Tag war schließlich Regen vorgesagt worden
Pünktlich wie in den Einladungen angekündigt begann um 15 Uhr das Vogelschiessen, an dem zum ersten Mal offiziell auch die anwesenden Schützinnen teilnehmen durften. Und obwohl die Gegner der Entscheidung zugunsten der aktiven Beteiligung weiblicher Schützen am Vogelschiessen es lieber gesehen hätten, wenn sich die anwesenden Schützinnen zurückgehalten hätten, beteiligten sich einige Damen wider Erwarten sehr erfolgreich am Vogelschiessen 2004.
Die Damenleiterin Christa Sturber beim scharfen Schuß aus der Großkaliberwaffe, skeptisch beoachtet von ihrem Mann Heinz, der der aktiven Beteiligung weiblicher Schützen noch bis vor kurzem sehr reserviert und eher ablehnend gegenüberstand, dies nun aber wohlwollend toleriert
Wie in jedem Jahr begann das Vogelschiessen mit der üblichen Zahl von Mitwirkenden doch von Schuss zu Schuss wuchs die Zurückhaltung, sank die Zahl derer, die sich aktiv beteiligten, bis nach dem 70. Schuss offenbar niemand mehr bereit schien, weiterzumachen, weshalb eine viertelstündige Pause eingelegt werden musste. Es schien fast, als würde sich erstmals niemand mehr bereitfinden, weiterzumachen, aber die viertelstündige Pause verhalf einem harten Kern von zuletzt 2 Schützinnen und einem Schützen zur Fortsetzung, als völlig überraschend mit dem 105. Schuss der Vogel, getroffen von Robert Fürst krachend zu Boden sank.
Damit stand der 170. Schützenkönig des 228. Vogelschiessens fest, Robert Fürst, der eigentlich schon viel eher aufhören wollte, aber der am Ende doch sehr beglückt über seine eben begonnene Regentschaft schien.
Wir Schützen wünschen Robert Fürst und seiner Frau Lore ein glückliches Königsjahr!
Der neue Schützenkönig Robert Fürst bei der Übernahme der Konigskette, die ihm Ehrenschützenmeister Rüdiger Heinemann gerade umhängt.
1. Schützenmeister