Jahresabschluss am 22. Dezember
Zwei Tage vor Heiligabend traf sich die KPSG Fürth nochmals im festlichen Rahmen, um das zur Neige gehende Schützenjahr abzuschließen. Den Auftakt bildete ein gemeinsames Abendessen, zu dem die Gesellschaft ihre Mitglieder traditionell einlädt.Danach begann der offizielle Teil mit der Ansprache und dem Jahresrückblick des 1. Schützenmeisters Rüdiger Heinemann. Sein besonderer Gruß galt zunächst Schützenkönig Andreas Hertel, sowie den anwesenden Ehrenmitgliedern Fritz Stimpfig, Horst Kleinecke und Wilhelm Kleinecke, bevor er die traurige Mitteilung machte, dass Ehrenmitglied Oswald Hegendörfer - nach über 70-jähriger Mitgliedschaft in der Gesellschaft - am Vortag unter großer Anteilnahme zu Grabe getragen worden und am gleichen Tage nach schwerer Krankheit auch Wendelin Maget verstorben ist. Beide sind ein großer Verlust für unsere Gesellschaft.
Sodann begrüßte der 1. Schützenmeister unseren zwischenzeitlich eingetroffenen Schützenbruder und Bürgermeister Hartmut Träger.
Nicht vergessen wollte Rüdiger Heinemann unseren Bogenreferenten Hans Reif und zwei erfolgreiche Schütz(inn)en, nämlich Melanie Hertel, die in den A-Kader des WM-Aufgebots Armbrust Jun. berufen wurde; und Helmut Dietz, der sich den Bezirkstitel im Bogenschießen geholt hat.
In seinem anschließenden Jahresrückblick hob der 1. Schützenmeister hervor, dass das Jahresanfangsschießen zwar verschoben werden musste, da die Installation der elektronischen Anlage noch nicht abgeschlossen war, aber dennoch oder gerade wegen dieser Neueinrichtung - sehr gut besucht wurde. Da beim nächsten Eröffnungsschießen am 13. Januar 2008 auch die Kleinkaliberanlage mit elektronischen Ständen zur Verfügung stehe, hoffe er wieder auf eine große Beteiligung.
Die Generalversammlung habe sich erstmals in der Nachkriegsgeschichte ungewohnt schwierig gestaltet, da durch Krankheit oder anderweitig verkürzte Amtszeiten ausnahmsweise alle Posten im Schützenmeisteramt neu zu besetzen waren. Als damaliger Wahlleiter habe er es nicht ganz einfach gehabt, an diesem Abend die passenden Kandidaten für eine tüchtige und harmonierende Mannschaft ad hoc zu motivieren.
Dennoch sei ein junges Team gefunden worden, das sich bereit erklärt habe, die Geschicke der Gesellschaft in die Hand zu nehmen. Nur der Boss habe noch gefehlt. Was dann kam, wäre ja allen bekannt. Das junge Team brauche aber auch einen jungen Hauptmann. Den hoffe er zu finden. Als er erstmals Schützenmeister geworden sei, habe er seinen Vorgänger gefragt, ob er weiter kandidieren oder ihm das Zepter übergeben möchte. So sei das damals gelaufen, im Jahr 1979.
Als jetzt wieder amtierender 1. Schützenmeister stellte Rüdiger Heinemann die Frage, ob so etwas nicht auch heute noch möglich sein sollte. Die Gesellschaft hätte bis auf ihn ein dynamisch-junges und erfolgreich arbeitendes Schützenmeisteramt. Dafür müsse und könne sie sich nur glücklich preisen.
Nachdem sein Comeback als 1. Schützenmeister nicht geplant gewesen sei, habe er aus terminlichen Gründen den Mittelfränkischen Schützentag nicht besuchen können. Auch habe sein Vorgänger Ulrich Ohle noch für die Ausrichtung der Gesellschaftspräsentation am Tag des Sports verantwortlich gezeichnet.
Dann sei es wieder soweit gewesen: Königsabschied und Vogelschießen. Wie üblich sei der scheidende König, in diesem Falle mit Erich Roth ein Kaiser, von seinen Schützen abgeholt und ins Schützenhaus geleitet worden.
Das Vogelschießen hätte sich gut angelassen und der Körper des Vogels schon viel Blei aufgenommen. Der Sportleiter, der noch nie mit dem Mannlicher Stutzen geschossen hatte, geschweige denn auf den Vogel, er habe um einen Schuss gebeten. Das sei er dann gewesen, der Königsschuss. Bei der nachfolgenden Preisverteilung des Königsschießens werde er seine Scheibe dem Gewinner überreichen.
Die Königsscheibe 2007 mit den offiziellen Motiven der Stadt Fürth
Beim Kirchweihzug sei die Gesellschaft gut vertreten gewesen, hätte aber leider statt des erbetenen Musikzugs nur eine auf einem Wagen sitzende Blasmusik zugeteilt bekommen, wobei sich die Plane des Wagens wie ein Schalldämpfer für die Musik ausgewirkt habe. An dieser Stelle bedankte sich der 1. Schützenmeister herzlich bei Hans Reif, sowohl für den Transport von Paradevogel und Gesellschaftsfahne, als auch für die vor dem Kirchweihzug gereichten Speisen und Getränke.Der Familienausflug sei leider ins Wasser gefallen, da zu Wenige sich zur Teilnahme bereit erklärt hätten. Es wäre ein interessanter Tag geworden. Neben dem Coburger Schützenmuseum am Vormittag, hätte nachmittags ein Puppenmuseum auf dem Plan gestanden. Schade!
Das Projekt Neubau und Sanierung sei abgeschlossen, die Luftgewehr- und Kleinkaliberstände auf moderne elektronische Technik umgerüstet und dank Stephan Pühler laufe die Anlage wie aus dem FF. Neben den vereinsinternen Schießen sei auch das Alters-und Seniorenschießen des Mittelfränkischen Schützenbundes im Oktober erfolgreich und ohne Pannen abgewickelt worden.
Manager all dieser Schießen sei Stephan Pühler gewesen. Im kommenden Jahr müsse und solle dies anders werden. Es müssten noch 3 bis 4 Leute gefunden werden, die in der Lage wären, die computergesteuerten Schießanlagen zu bedienen. Stephan Pühler würde die Einweisung übernehmen. Wer sich dafür interessiere und in Frage käme, solle sich bei Stephan Pühler melden.
Wie nicht zu übersehen, sei die Herrentoilette komplett erneuert und auch die Terrasse neu verlegt worden.
Durch die heftigen Regengüsse hätte es Schwierigkeiten mit dem Oberflächenwasser gegeben, das auch seinen Weg in die neu gebaute Schießhalle gefunden habe. Auf Anraten eines nicht näher genannten Weisen vom Stammtisch des 1. Schützenmeisters sei das Wasser schließlich durch einen von der Gesellschaft gebauten Kanal abgeleitet worden. Besagter Ratgeber jeder wisse, um wen es sich handele habe das Projekt nicht nur gesponsert, sondern dem 1. Schützenmeister zusätzlich noch die damit verbundene Arbeit für die Organisation abgenommen. Im Ergebnis sei der Wasserabfluss jetzt perfekt, aber auch die Kostenlast der dafür nötigen Genehmigungen (Untere Umweltbehörde, Liegenschaftsamt, Tiefbauamt) schmerzhaft zu spüren.
Zudem müsse wegen der mit dem Hallenbau erfolgten Geschossflächenerweiterung an die Stadt ein Beitrag in Höhe von knapp 1000 Euro für die Bereitstellung des von der Gesellschaft objektiv nicht mehr benötigten städtischen Kanals gezahlt werden. Außerdem sei der Stadt beim Vergleich der Baupläne von 1968 und 2006 die - fiskalisch bislang nicht berücksichtigte - Überdachung zwischen dem Schützenhaus und den Pistolenständen aufgefallen. Seine Aufgabe als 1. Schützenmeister sei es deshalb, hier für die Gesellschaft zu kämpfen.
Zum Abschluss bedankte sich Rüdiger Heinemann bei den Schützen, die ohne Auftrag auf der Anlage Hand anlegten; die sähen, was gemacht werden müsse und es dann auch erledigten. Dazu zählten auch einige Damen, die Besen und Putzlappen in die Hand nähmen; sowie Mitglieder, die einen Transporter oder ein Fahrzeug mit Hänger hätten, und damit Fahrten für die Gesellschaft erledigten. Der 1. Schützenmeister gab zu bedenken, was die Gesellschaft ohne ihre Sponsoren wäre, sei es finanziell oder materiell. Er dankte denen, die sehen was gebraucht wird, und das Nötige organisieren.
Schließlich wünschte Rüdiger Heinemann Allen ein frohes Fest und alles erdenklich Gute, sowie Glück und Gesundheit für das kommende Jahr.
Nach dem Jahresrückblick wurden langjährige und verdiente Mitglieder geehrt.
Die Silberne Vereinsnadel nebst Plakette des BSSB erhielt Roland Zwack für 25-jährige Mitgliedschaft.
Jeweils mit dem Protektorabzeichen Seiner Königlichen Hoheit Herzog Franz von Bayern wurden ausgezeichnet:
Matthias Miederer
für seine langjährige Unterstützung der Gesellschaft,Stephan Pühler
für die bislang alleinige Administration und Bedienung der computergesteuerten Schießanlage,sowie
Hartmut Träger
für seine Unterstützung im Rahmen des Projekts "Neubau des Schützenhauses an anderer Stelle".
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Die frischgebackenen Träger des Protektorabzeichens "Franz von Bayern"
Als Nächstes verteilte die 2. Schützenmeisterin Manuela Paul die Preise des Königsschießens. Die von Schützenkönig Andreas Hertel gestiftete Königsscheibe gewann seine Tochter Melanie, so dass die Scheibe fast in der Familie geblieben wäre, hätte Melanie Hertel sie nicht der Tradition folgend an die Gesellschaft weitergegeben.
Vater und Tochter bei der Übergabe der Königsscheibe
Hierzu erklärte der Schützenkönig, das diesjährige Motiv der Scheibe sei ja klar gewesen, darüber habe er sich keine Gedanken machen müssen. Gemeint war natürlich das tausendjährige Jubiläum der Stadt Fürth. Dementsprechend sind auf der Scheibe zwei offizielle Motive der Kleeblattstadt zu sehen, nämlich das Rathaus und das Jubiläumslogo "1007 2007", bei dem drei der vier Nullen durch die Blätter des Fürther Kleeblatts dargestellt werden. Wie Andreas Hertel dem Unterzeichner gegen Ende des Abends erzählte, hatte die Kunst vielmehr darin bestanden, die Genehmigung der Stadt zur Verwendung dieser geschützten Motive zu erhalten.Nachdem sie auch die übrigen Preise des Königsschießens verteilt hatte, kündigte Manuela Paul eine Pause an, um die Ausgabe der Sachpreise des Viktualienschießens vorzubereiten.
Das dadurch entstandene Zeitfenster füllte sogleich Bürgermeister Hartmut Träger mit einer spontanen Ansprache. Er brachte sowohl seine Freude und seinen Dank als auch seine Überraschung über die soeben erhaltene Auszeichnung zum Ausdruck. Er habe immer gedacht, dass man sich dafür nicht nur bemühen, sondern auch ein positives Ergebnis erreichen müsse der von Stadtverwaltung und Gesellschaft gemeinsam angestrebte Neubau des Schützenhauses an anderer Stelle sei ja leider nicht zustande gekommen. Allerdings stehe nunmehr fest, dass die Gesellschaft guten Gewissens am angestammten Platz verbleiben könne. So gesehen sei auch dies ein positives Ergebnis.
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Bürgermeister Hartmut Träger bei seiner Danksagung
Die Kritik des 1. Schützenmeisters an den von der Stadt geforderten Abgaben habe er sich zu Herzen genommen, obwohl er in der Öffentlichkeit nichts versprechen wolle. Um den Schmerz ein wenig zu lindern, den die umbaubedingten Abgaben bei der Gesellschaft verursacht hätten, überreichte der Bürgermeister eine Spende der Stadt, aus Mitteln, "die sich irgendwo noch gefunden haben". Er beendete seine Ansprache mit Glück- und Weihnachtswünschen.Im Anschluss daran ergriff Ehrenmitglied Fritz Stimpfig das Wort als Sprecher des Mittwochstammtischs, um Rüdiger Heinemann und insbesondere auch dessen "Assistenten" Claus Kulla für ihr unermüdliches Engagement zum Wohle der Gesellschaft zu danken. Als Zeichen der Anerkennung für seinen überobligationsmäßigen Einsatz erhielt Claus Kulla einen Gutschein, für den der Mittwochstammtisch gesammelt hatte.
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Fritz Stimpfig dankt Claus Kulla
Inzwischen hatte Manuela Paul alle Vorbereitungen abgeschlossen und führte durch den weiteren Abend.Sie begann mit dem Dank und den Präsenten für unseren Wirt "Nicki" Schmidt und seine Mannschaft, die uns auch heuer wieder fürsorglich betreut, sowie unsere Gesellschaftsveranstaltungen gekonnt und vor allem wohlschmeckend ausgerichtet haben. Allerdings waren die Mitglieder dieses Teams gerade wieder so beschäftigt, dass sie einzeln zusammengetrommelt werden mussten, um ihre Präsente in Empfang zu nehmen.
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Der mühsam herbeigerufene Koch beim Empfang seiner Ente
Sodann verkündete die 2. Schützenmeisterin, dass unsere Sportpistolenmannschaft bei den Rundenwettkämpfen 2006/2007 den ersten Platz in der B-Klasse belegt hat und somit in die A-Klasse aufgestiegen ist. Darüber hinaus erreichten die Mannschaftsangehörigen Dieter Burghardt und Thomas Irmler den ersten und zweiten Platz in der Einzelwertung. Manuela Paul überreichte deshalb den Pokal für die erstplatzierte Mannschaft an Mannschaftsführer Stefan Pierskalla und den Pokal für den besten Einzelschützen an Dieter Burghardt.
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Manuela Paul mit den Pokalträgern der Sportpistolenmannschaft
Im Folgenden wurden alle Mitglieder geehrt, die der Gesellschaft im vergangenen Jahr durch die Teilnahme am Arbeitsdienst tatkräftige Unterstützung hatten zukommen lassen.Anschließend schritt Manuela Paul zur Preisverteilung für das Viktualienschießen. Der beste Festschuss wie könnte es anders sein ging auf das Konto von Melanie Hertel.
Nachdem sie auch alle Rundenwettkampfteilnehmer als Anerkennung ihres sportlichen Engagements mit einer Ente bedacht hatte, machte die 2. Schützenmeisterin alle weiblichen Mitglieder auf das neue Damenschießen aufmerksam, das erstmals am 09. Februar 2008 stattfinden soll.
Die Damen sollten sich einfach überraschen lassen. Es würde sehr spannend werden, weil durch den gewählten Auswertungsmodus nicht nur die Spitzenschützinnen gute Chancen auf den Sieg hätten.
Den Abschluss des offiziellen Teils bildete die erfreuliche Mitteilung, dass sich der erst kürzlich in die Gesellschaft eingetretene Jugendliche Christian Geymeier bereit erklärt hat, sich in die Bedienung der elektronischen Schießanlage einweisen zu lassen.
Seinen endgültigen Ausklang fand der Jahresabschlussabend erst einige Zeit später nach angeregten Gesprächen unter Schützenkamerad(inn)en und dem allseitigen Austausch von Weihnachts- bzw. Neujahrswünschen.
Stefan Pierskalla
Schriftführer