Königsabschied,
Vogel- und Jugendkönigsschießen 2008
Günter Muhl 172. Schützenkönig seit 1776
Melanie Hertel zum 2. (und letzten) Mal Jugendkönigin22. Juni 2008: Alles war so easy, alles war so happy, und das Wetter war so schön. Fast schon zu schön. Als sich die Gesellschaft um 09.30 Uhr bei hochsommerlichen Temperaturen am Kellerberg zur traditionellen Königsabholung versammelte, konnte man sich durchaus fragen, ob der Wettergott voller Wohlwollen auf das abgelaufene Königsjahr von Andreas Hertel geblickt und seinen Königsabschied mit besonders viel Sonnenschein bedacht hatte, oder ob er ihm stattdessen schon einen leichten Vorgeschmack auf die Höllenglut zuteil werden lassen wollte. Es war jedenfalls sehr, sehr heiß.
Glücklicherweise hatten sich hierdurch weder die amtierende Jugendkönigin Susanne Wagner, noch Schützenkommissar Christoph Maier, noch die Ehrengäste der Gesellschaft von der Teilnahme am Königsabschied abhalten lassen. Aus dem Bereich der Politik durfte der 1. Schützenmeister Rüdiger Heinemann deshalb Frau MdL Petra Guttenberger und aus dem Bereich des Sports sowohl den 1. Gauschützenmeister Reinhold Semmelmann als auch dessen Stellvertreter Roland Scheller bereits am Sammelpunkt begrüßen.
In dieser illustren Begleitung fand sich die Gesellschaft pünktlich um 10.00 Uhr beim scheidenden Schützenkönig Andreas Hertel ein, der sie schon mit seiner Ehefrau Ramona vor dem Haus erwartete. Nachdem das Königspaar von Rüdiger Heinemann begrüßt worden war und Andreas Hertel den ganzen Zug willkommen geheißen hatte, drängte er auch schon zum Aufbruch "bevor Alle noch mehr ins Schwitzen kommen".
Das Königspaar und Jugendkönigin Susanne Wagner beim Abmarsch des Festzugs
Diesem "Befehl" kam man dankbar nach, und so marschierte der Festzug Richtung Schützenhaus, angeführt vom Musikzug des TV 1895 Burgfarrnbach, der schon im Vorjahr den Königsabschied musikalisch umrahmt hatte.
Ebenfalls wie im Vorjahr war auch heuer die bestellte Polizeieskorte zum vereinbarten Zeitpunkt noch nicht eingetroffen. Ersatzweise stellte deshalb u. a. der 1. Schützenmeister seine Qualitäten als "Hilfspolizist" unter Beweis und lotste den Festzug verkehrsregelnd über die ersten beiden Straßenkreuzungen, ehe kurze Zeit später zwei Polizeiautos eintrafen, die weitere Streckensicherung übernahmen und den Festzug bis zum Schützenhaus geleiteten.
Bei der Gestaltung des Zuges haben sich diesmal zwei erst kürzlich in die Gesellschaft eingetretene Neumitglieder sogleich an exponierter Stelle eingebracht: Uwe Pickel sprang spontan als Ersatz für den kurzfristig abhanden gekommenen Fahnenträger ein, während seine Tochter Melanie stolz das Schild mit dem Emblem der Gesellschaft vorantrug.
Der Zug hatte sich gerade auf die Linksabbiegerspur der Nordspange eingeordnet, um in die Zufahrt zum Schießhaus abzubiegen, als der erste Salutschuss aus der Böllerkanone der Gesellschaft ertönte, die an diesem Tag von Günter Kubich und Claus Kulla bedient wurde.
Auf dem Schießhausparkplatz wurde der Festzug nicht nur von der Böllergruppe des VfL & KK Veitsbronn unter Leitung von Ulrich Ohle erwartet, sondern auch gleich mit einem Salut zu Ehren des Schützenkönigs in Empfang genommen (Einzelfeuer, Reihenfeuer und Salve, jeweils mit Crescendo-Effekt, weil mit größer werdenden Kalibern vom Handböller bis zum Schaftböller geschossen wurde).
Die Böllergruppe im Pulverdampf
Inzwischen war auch Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung eingetroffen und als Ehrengast willkommen geheißen worden, ehe man sich zum Defilee mit anschließendem Frühschoppen in den Festsaal des Schützenhauses begab.
Der 1. Schützenmeister eröffnete den offiziellen Teil mit einer Ansprache. Nachdem er die anwesenden Majestäten, Ehrenmitglieder und Ehrengäste protokollarisch begrüßt und einen Rückblick auf die Entwicklung des Vogelschießens im Wandel der Zeit gegeben hatte, erinnerte er daran, auf welch wundersame Weise der scheidende Schützenkönig Andreas Hertel vor einem Jahr zu seiner Königswürde gekommen war, dankte ihm für sein Königsjahr und überreichte ihm das Königsabzeichen der Gesellschaft.
In seiner Erwiderung bedankte sich Andreas Hertel seinerseits für sein Königsjahr. Er sei zwar unverhofft Schützenkönig geworden, habe aber gut hineingefunden und sei auch gerne Schützenkönig gewesen. Nun freue er sich, zusammen mit den Anwesenden den heutigen Tag zu begehen. Natürlich wolle auch er alle exponierten Persönlichkeiten begrüßen, die zuvor schon von Anderen begrüßt worden seien. Ebenso sei es ihm aber ein Anliegen, seine persönlichen Gäste, plus Böllergruppe und Musikzug, sowie vor allem die vielen kleinen Helfer besonders zu begrüßen, die ihn das Jahr über begleitet und unterstützt haben und ohne die diese Veranstaltung nicht möglich gewesen wäre. Der Stadt Fürth dankte er nochmals gesondert für die Erlaubnis, deren offizielle Motive für die Tausendjahrfeier 2007 auf seiner Königsscheibe verwenden zu dürfen. Natürlich sei es für ihn keine Frage gewesen, welches Ereignis aus dem Jahr 2007 er auf besagter Königsscheibe verewigen wollte. Zum Thema "Verewigen" merkte er an, dass er zwar nicht mehr ewig Schützenkönig sein, aber gleichwohl sein Königsjahr durch sein Königsbild verewigen und dieses der Gesellschaft nun überreichen werde.
Andreas Hertel übergibt sein Königsbild an Rüdiger Heinemann
Gesagt, getan. Nach der feierlichen Übergabe des Königsbildes und der erneuten Präsentation seiner Königsscheibe erläuterte Andreas Hertel, warum er sich vor einem Jahr zu seinem legendär gewordenen Debütschuss auf den Königsvogel entschlossen hatte. Er sei ja schließlich Sportleiter - und da habe er seinen Mannschaftskameraden einmal zeigen wollen, wie man mit einem Schuss einen Wettkampf gewinnt. Die Sportpistolenmannschaft habe sich besonders daran gehalten, die sei nämlich als Rundenwettkampfsieger aus der A-Klasse in die Bezirksliga aufgestiegen. Die Luftpistolenmannschaft müsse dafür noch ein wenig üben, "aber das kriegen wir auch noch hin". Überhaupt sei er der Meinung, dass Sport vor allem Spaß machen solle. Das sei das Wichtigste, und deshalb werde er bald das Buffet eröffnen, damit Alle Spaß hätten.
Im Anschluss an diese Ausführungen bat der 1. Schützenmeister Rüdiger Heinemann den Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung zu einem Grußwort ans Rednerpult. Herr Dr. Jung bedankte sich zunächst dafür, dass er bei dieser Veranstaltung, zu der er immer gerne komme, wieder dabei sein dürfe. Auch wenn der Königsabschied wie zuvor vom 1. Schützenmeister angesprochen heute in kleinerem Rahmen begangen werde als noch vor wenigen Jahrzehnten, sei es doch unverändert wichtig, dass Traditionen fortgeführt werden. In diesem Zusammenhang nannte er ausdrücklich den vorangegangenen Festumzug sowie das Böllerschießen das kenne man sonst so nicht in Fürth. Auch wenn das Böllern im Rahmen der Tausendjahrfeiern von Einigen kritisiert worden sei, so habe es doch heute wieder wunderbar zum Anlass gepasst. Im Folgenden brachte der OB seine Anerkennung für die "Schützendynastie" Hertel zum Ausdruck, bei der nicht nur der Vater, sondern auch Sohn und Tochter im Verein seien, und insbesondere die Tochter bemerkenswerte Erfolge zu verzeichnen habe. Abschließend wünschte er Allen noch einen schönen Nachmittag "und vielleicht die eine oder andere Überraschung" (nicht ohne Grund, wie sich zeigen sollte).
Zum Abschluss des offiziellen Teils erinnerte der 1. Schützenmeister nochmals an das 300jährige Jubiläum der Schützengesellschaft Deutsche Eiche Roßtal am 06. Juli 2008. (Nachtrag: Die Königlich privilegierte Schützengesellschaft Fürth hat hieran mit einer Abordnung teilgenommen.)
Im Folgenden wurden langjährige Mitglieder geehrt, nämlich
für 25jährige Mitgliedschaft:
Helga Härtfelder (2.v.l.), Andrea Tinter, Günter Meck, Konrad Weißel und Jörg Weißel;
für 40jährige Mitgliedschaft:
Roland Baum (1.v.l.), Karl-Heinz Richter (3.v.l.), Fritz Reif, Peter Eggen, Gerhard Schaller und Rüdiger Heinemann (5.v.l. neben OB Dr. Thomas Jung; rechts außen im Bild: Frau MdL Petra Guttenberger).
Ehrung langjähriger Mitglieder
Zu guter Letzt richtete Rüdiger Heinemann noch einen besonderen Dank an "seine rechte Hand" Claus Kulla, ohne dessen persönlichen Einsatz Vieles nicht geschafft würde, sei es in der Verwaltung oder rund ums Haus.
Schließlich und endlich war der von Allen ersehnte Moment gekommen: die Eröffnung des von unserem Gastro-Team heimtückisch gut zubereiteten Buffets, das den Einen oder die Andere - zumindest aber den Schriftführer - aufgrund seiner Schmackhaftigkeit schamlos dazu verleitete, ihm rege zuzusprechen, was sich im Laufe des weiteren Nachmittags als einigermaßen leichtsinnig erweisen sollte.
Um dem drohenden Suppenkoma entgegenzuwirken und auf den kulinarischen einen musikalischen Genuss folgen zu lassen, begann der Musikzug des TV 1895 Burgfarrnbach, der in der Zwischenzeit ein komplettes Schlagzeug und eine Orchesterbestuhlung in der Schießhalle aufgebaut hatte, um 12.35 Uhr mit einem Standkonzert, das bis zum Beginn des Vogelschießens um 15.00 Uhr dauerte.
Aufhorchen ließ dabei vor allem das Stück "Can You Feel The Love Tonight" aus dem Film bzw. Musical "König der Löwen", das mit ebenso gefühlvollen wie auch melodiösen Tenorläufen überzeugte, die (aus der nicht ganz unvoreingenommenen Sicht des posaunespielenden Schriftführers) leider nicht den Posaunenstimmen, sondern aus spieltechnischen Gründen den Tenorhörnern zugeordnet waren (klang aber prima, das muss ihnen der Neid lassen). Die subjektiv erhofften fetzigen Posaunenläufe kamen kurze Zeit später bei einem rasanten Gospel-Medley (mit Glissando und allem Drum und Dran). Ein weiteres Highlight war der Song "One Moment In Time", der ebenfalls sehr ausdrucksvoll mit ansprechenden melodischen Figuren interpretiert wurde - und zwar vom gesamten Ensemble, das, wie auch bei den übrigen Stücken, einen sehr gut harmonierenden Gesamtklangkörper bildete, was bei aller Posaunenverliebtheit nicht übersehen werden darf.
Standkonzert des TV 1895 Burgfarrnbach
Um 13.00 Uhr eröffnete die 2. Schützenmeisterin und 1. Jugendleiterin Manuela Paul das Jugendkönigsschießen, indem sie alle Teilnehmenden der Gesellschaft vorstellte und sich hierbei besonders darüber freute, dass auch Helmut Dietz zu diesem Wettkampf - wie schon im Vorjahr - mit dem Luftgewehr antrat, obwohl er eigentlich kein Gewehr-, sondern ein sehr erfolgreicher Bogenschütze ist.
Applaus für Helmut Dietz
Der erste Schuss gebührte natürlich der scheidenden Jugendkönigin Susanne Wagner, die sich nicht lange mit dem Posieren für ein Erinnerungsfoto aufhielt und so schnell schoss, dass der Schriftführer den traditionellen Eröffnungsschuss nicht mehr im Bild festhalten konnte. Sie war es auch, die dem Vogel den ersten sichtbaren Treffer beibrachte und damit offenbar die Motivation ihrer Mitstreiter/innen gehörig anstachelte, denn danach flog plötzlich Holzstück um Holzstück aus dem Vogel, begleitet vom Applaus der umstehenden Zuschauer, die das Geschehen aus unmittelbarer Nähe verfolgten. Ab 13.30 Uhr schaltete sich auch ihre Schwester Simone Wagner, die noch im Vorjahr nicht am Jugendkönigsschießen teilgenommen hatte, aktiv in den Wettkampf ein. Nach weiteren zehn Minuten war es dann Helmut Dietz, der dem Vogel erst den rechten und wenig später auch den linken Flügel abschoss. Kurz darauf legte Justin Schüler auf die Krone des Vogels an, traf sie am entscheidenden Punkt und sicherte sich so mit dem 121. Schuss die darauf ausgesetzte Prämie.
Zwischen dem 122. und dem 218. Schuss blieben die restlichen Trophäen vorerst unbehelligt. Unabhängig davon muss der Verfasser an dieser Stelle eingestehen, dass seine Aufmerksamkeit durch die zeitgleich aufgetragene "Überraschung des Tages" - ein vom scheidenden Schützenkönig zusätzlich gestiftetes Kuchenbuffet - vorübergehend vom Jugendkönigsschießen abgelenkt war. Jetzt wurde auch klar, was der OB mit seiner diesbezüglichen Andeutung gemeint hatte (man beachte: hier ging ein Politikerwunsch auf allseits angenehme Weise in Erfüllung). Der Verfasser bekam mit halbem Ohr gerade noch mit, wie Alexander Hertel meinte, man solle doch 'mal seinen Vater mit dem Luftgewehr auf den Jugendvogel loslassen das hätte er (Andreas Hertel) auch noch nie in der Hand gehabt -, dann musste er (der Verfasser) dringend seiner unheiligen Leidenschaft für Kaffee und Kuchen frönen, wobei sich die reichliche "Vorbelastung" durch das Frühschoppenbuffet doch als etwas hinderlich herausstellte. Mehr als drei Stücke Kuchen habe ich beim besten Willen nicht geschafft (aber zum Glück beim Ausklang des Nachmittags von Ramona Hertel noch ein großzügiges Care-Paket mit auf den Nachhauseweg bekommen).
Fazit nach Verkostung von Backwerken der beiden Initiatorinnen Melanie Hertel und Manuela Paul sowie der von ihnen außerdem rekrutierten Co-Bäckerinnen (Version Juristendeutsch): "Auf Grund des mir vorgelegen habenden 'Beweismaterials' vermag ich noch keine zur Feststellung einer Meisterbäckerin hinreichende Tatsachengrundlage zu erkennen. Diesbezüglich bin ich ganz entschieden meiner Meinung, dass hierzu ein erneutes Beurteilungsverfahren unter Mitwirkung sämtlicher bisher beteiligter Künstlerinnen unabdingbar ist". Version Klartext: Herzlichen Dank, liebe Damen,es war einfach superlecker! Wann gibts das nächste Kuchenbuffet?
Doch zurück zum Sport: Kaum hatte Andreas Hertel um 14.45 Uhr den kurz bevorstehenden Beginn des Vogelschießens angekündigt, als seine 20jährige Tochter Melanie das letzte Jugendkönigsschießen, an dem sie vor dem Erreichen der Damenklasse noch als Juniorin teilnehmen durfte, dadurch beendete, dass sie mit dem 219. Schuss schlicht und ergreifend den Vogel abschoss.
Wenige Minuten vorher hatte sie noch Melanie Pickel im Beisein von Benny Bärnreuther erklärt, dass sich der Vogel erst noch drehen müsse, ehe es richtig gefährlich werde, und auf Nachfrage hinzugefügt, dass der Vogel sich bisher immer auf den Kopf gestellt habe, ehe er endgültig zu Boden gefallen sei. Diesmal sollte es trotzdem anders kommen. Der Vogel hatte drei direkt aufeinanderfolgende Kopfschüsse erhalten. Nach den ersten beiden legte er sich leicht in die Schräge und beim dritten fiel er schon vom Stänglein, sehr zur freudigen Überraschung von Melanie Hertel, die den dritten Kopfschuss abgegeben und sich dadurch sozusagen auf den letzten Drücker noch einmal die Jugendkönigswürde gesichert hat. Insgesamt ist sie damit zum 2. Mal Jugendkönigin der Gesellschaft.
Großer und kleiner Nachwuchs mit Jugendleiterin und -königin(nen)
Nachdem der Jugendvogel gerade rechtzeitig vor Beginn des Vogelschießens gefallen war, kam es anders als im Vorjahr zu keiner Überschneidung der beiden Wettbewerbe.
Das Vogelschießen verlief auf eine fast schon wieder spektakulär zu nennende Weise unspektakulär. Keine Unterbrechungen, keine heißgeschossenen Gewehre, keine Motivationspausen, in denen versucht werden musste, wettkampfmüde Losinhaber zur Abgabe ihrer restlichen Schüsse zu bewegen. Nichts von alledem, was in der Vergangenheit bereits rezidivierend aufgetreten war. Alles lief einfach so, wie es eigentlich immer laufen sollte.
Nachdem der scheidende Schützenkönig den traditionellen ersten Schuss abgefeuert hatte,
Andreas Hertel nach dem ersten Schuss
waren sämtliche Teilnehmer vom Anfang bis zum Ende ernsthaft bestrebt, die Königswürde zu erringen. Sie schenkten sich gegenseitig nichts, und sie schenkten dem Vogel nichts. Infolgedessen waren am Schießstand und über die von Ulrich Ohle aufgebaute Videoanlage bereits kurz nach 15.00 Uhr heftige Treffer zu beobachten, die den Vogel gehörig zum Zittern brachten. Es dauerte gar nicht lange, da hatte ihm Günter Muhl mit ein und dem selben Schuss nicht nur den rechten Flügel sondern auch die linke Klaue abgeschossen. Weiß der Geier, pardon der Vogel, wie das zugegangen ist...
Weiteres Highlight: Das lustige Vogeldrehen. Nach einer guten halben Stunde brachte Alexander Hertel den Vogel in die Schräglage: Kopf auf 13 Uhr c.t. (Vater Andreas schwankt zwischen Stolz und Entsetzen). Um 15.38 Uhr war der linke Flügel fällig. Zwei Minuten später rückte ein weiterer Treffer den Vogel wieder zurück auf 12.30 Uhr, ehe Alexander Hertel nach weiteren drei Minuten seinen ersten Drehschuss quasi ungeschehen machte und den Vogel wieder ganz auf 12.00 Uhr zurückschoss (Vater Andreas beruhigt sich wieder).
Die folgenden knapp 20 Minuten waren dann von unspektakulärer Zielstrebigkeit geprägt. Alle Teilnehmer hielten kräftig drauf, der Vogel schluckte Blei, er wackelte, doch er fiel nicht. Warum sollte er auch? Er hatte ja noch nicht mal hundert Schuss abbekommen... Günter Muhl sah das offenbar anders. Nachdem er 16 der bislang 76 Schüsse selbst abgegeben hatte, machte er mit seinem 17. Schuss reinen Tisch und holte den Vogel mit dem insgesamt 77. Schuss vom Pfahl. Das war's dann gewesen. Kurz vor 16.00 Uhr war schon alles vorbei. Der neue Schützenkönig war gekürt und konnte zusammen mit der neuen Jugendkönigin zur Proklamation schreiten.
Günter Muhl nach dem letzten Schuss
Vor dem Schießhaus waltete Rüdiger Heinemann seines Amtes als Inthronisator, bevor Günter Kubich und Claus Kulla mit der noch immer einsatzbereiten Böllerkanone den beiden Majestäten salutierten.
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Günter Muhl bei der Königsproklamation Jugendköniginnen unter sich: Melanie Hertel (2008) und Susanne Wagner (2007)
Jugendkönigin Melanie Hertel und Schützenkönig Günter Muhl
Anschließend bat der frischgebackene Schützenkönig die Gesellschaft auf ein Glas Sekt wieder ins Haus zurück, wo der Nachmittag seinen harmonischen Ausklang fand.
Nachsatz für die Statistik:
Günter Muhl ist der 172. Schützenkönig seit 1776 und Melanie Hertel "der 12. Jugendkönig" (beim Hochzählen wird sprachlich noch immer nicht zwischen Jugendkönigin und Jugendkönig unterschieden).
Wir wünschen unserem neuen Schützenkönig und unserer neuen Jugendkönigin jeweils ein glückliches Königsjahr.
Stefan Pierskalla
Schriftführer